Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern

Immer mehr Mieter, Eigentümergemeinschaften und Vermieter interessieren sich für Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern.
Doch welche rechtlichen Rahmenbedingungen müssen beachtet werden, und welche Nutzungsmodelle sind möglich?

Grundlegende rechtliche Voraussetzungen

Die Installation einer Photovoltaikanlage auf einem Mehrfamilienhaus erfordert zunächst die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Seit der WEG-Reform 2020 haben einzelne Wohnungseigentümer einen Anspruch darauf, bauliche Veränderungen wie die Installation von Photovoltaikanlagen durchführen zu dürfen. Die Eigentümergemeinschaft kann dies nur noch aus wichtigen Gründen ablehnen. Der antragstellende Eigentümer muss allerdings die Kosten tragen und für eventuelle Schäden haften.
Bei Mietobjekten liegt die Entscheidung beim Vermieter. Mieter haben keinen rechtlichen Anspruch auf die Installation einer Gemeinschaftsanlage, können aber seit 2024 von vereinfachten Regelungen für Balkonkraftwerke profitieren.
Gerade diese Balkonkraftwerke sind derzeit sehr günstig zu bekommen und einfach zu installieren – es bedarf nur einer Steckdose!
 
Doch zurück zu den PV-Hausanlagen auf Dächern und den Möglichkeiten:
 

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10 Jahre Strommarkt

Es ist ein grauer Morgen im Oktober. Draußen ist es noch dunkel, die Heizung läuft, der Kaffeeautomat surrt. Millionen Menschen in Deutschland beginnen ihren Tag – und alle greifen gleichzeitig auf etwas zu, das man weder sieht noch richtig lagern kann: Strom.
Doch während in unseren Wohnungen das Licht angeht, passiert im Hintergrund etwas Faszinierendes. In dieser Sekunde müssen unzählige Kraftwerke, Windräder und Solaranlagen genauso viel Energie ins Netz einspeisen, wie wir alle zusammen verbrauchen. Kein bisschen mehr, kein bisschen weniger.

Das ist die Kunst des Strommarkts – ein unsichtbares Zusammenspiel aus Technik, Wetter, Wirtschaft und Mathematik.

Ein Markt wie ein täglicher Tanz

Strom wird nicht einfach verteilt, sondern gehandelt – fast wie auf einem riesigen Wochenmarkt. Produzenten bieten ihre Energie an, Händler kaufen und verkaufen, Versorger sichern sich Strommengen für ihre Kunden.
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10 Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen: Ein Überblick zur aktuellen Klimasituation

Die verschiedenen Erdbeobachtungssysteme kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die Temperatur der planetaren Oberfläche inzwischen bei etwa 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau liegt. Der Januar 2025 war sogar mit einer Temperaturanomalie von 1,75°C der wärmste jemals gemessene Jahresanfangsmonat. Das bedeutet, dass die erste rote Linie des Pariser Klimaabkommens von 2015 bereits durchbrochen wurde. Diese Entwicklung geht einher mit entsprechenden partiellen bzw. regionalen Veränderungen, z.B. Rekordtemperaturen in den meisten Teilen der Weltmeere sowie meteorologischen Extremereignissen (Dürren, Brände, Wirbelstürme, Starkniederschläge usw.) jenseits der statistischen Erwartung. Letztere hatten an verschiedenen Orten (z.B.Zentraleuropa, Region Valencia, Großraum Los Angeles) katastrophale Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft.

Ursachen
Die internationale Forschung ist aufgrund der erdrückenden Datenlage, der überzeugenden mathematisch-physikalischen Analyse und der fortgeschrittensten Computersimulationen zu dem eindeutigen Schluss gekommen, dass die oben geschilderten Umweltveränderungen direkte Folge der Treibhausgasemissionen (CO2, CH4, N2O etc.) sind.
Nur entschlossenes und zeitgerechtes menschliches Handeln kann die weitere Zuspitzung der Klimakrise verhindern.

Großrisiken
Bei einer weiteren ungebremsten Erderwärmung gehen die größten Gefahren von nichtlinearen Klimareaktionen auf die Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes aus. Hierbei handelt es sich insbesondere um sogenannte Kippereignisse. Wichtige Kippelemente sind die riesigen Eisschilde der Erde (Grönland, West- und Ostantarktis), die mächtigen Zirkulationsmuster in Atmosphäre und Ozeanen (u.a. Jetstream und Golfstromsystem) sowie ausgedehnte marine und terrestrische Ökosysteme (tropische Korallenriffe, Amazonas- und Kongoregenwald, boreale Waldsysteme usw.), deren Umwandlung bzw. Vernichtung massivste soziale und ökonomische Auswirkungen auf die gesamte menschliche Zivilisation haben dürften.

Die Wissenschaft identifiziert 9 Kippelemente von zentraler Bedeutung für die Lebensbedingungen der Menschheit und 7 von größerer regionaler Bedeutung. Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, das bereits im Bereich zwischen 1,5°C und 2°C Erderwärmung sechs Kipppunkte mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit destabilisiert werden (u.a.einsetzender Kollaps der Eisschilde von Westantarktis und Grönland, Absterben der tropischen Korallenriffe und weiträumiges Auftauen der Permafrostböden). „10 Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen: Ein Überblick zur aktuellen Klimasituation“ weiterlesen

Konkrete Photovoltaikbeispiele aus Lüdenscheid – Nachahmer willkommen !

Wir haben die 4 Anlagenbetreiber besucht und zu ihren Anlagen und Erfahrungen befragt. An dieser Stelle ein “Danke” an alle, die sich bereitwillig beteiligt haben:

Anlage 1
Familie K. aus Hellersen Süd hat 2023 eine PV-Anlage mit 5,4 KWp, Speicher ( 5,4 KW ) und Wall-Box- Anschluss über einen bundesweiten Generalanbieter gebaut. Die Speichergröße, Anzahl , Größe sowie die Ausrichtung der Module wurden gründlich geplant und komplikationslos aufgebaut.
2024 betrug der produzierte   Ertrag insgesamt 3460 KW/h. Der Eigenverbrauch Betrug 1750 KW/h bei einem jährlichen Stromverbrauch von 3970 KW/h. So konnten ca. 50 % direkt verbraucht werden. Die andere Hälfte wurde dann für (nur) 8 Cent ins Netz eingespeist.

„2022 haben wir uns entschieden, diese Anlage und ein E-Auto zu kaufen. Sowohl der Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung und die Freude ein E-Auto zu fahren, wie auch der etwas später eintretende Aspekt der Amortisierung (17 Jahre ?) hat zu diesen Maßnahmen geführt. Für das Jahr 2025 soll der Verbrauch des „Sonnenstroms“ als Eigenverbrauch noch mehr optimiert werden, also nur wenn die Sonne scheint, kalkulierbaren Strom zu verbrauchen ( Waschmaschine, Auto laden, Spülmaschine,…) .“

Anlage 2
Familie R. aus dem Bremecketal hat 2004 eine 3,63 KWp Anlage installieren lassen. Der erste Gedanke war, Strom „erneuerbar“ zu produzieren, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren. 2004 konnte für 56 Cent 1 KW/h eingespeist werden. Nach weniger als 10 Jahren hat sich die Investition amortisiert. Pro Jahr wurden durchschnittlich 3233 KW/h an den Netzbetreiber verkauft. Das waren ca. 1000 KW/h mehr, als die Familie verbrauchte. „Konkrete Photovoltaikbeispiele aus Lüdenscheid – Nachahmer willkommen !“ weiterlesen

Erneuerbare Energien rund um den Erdball

Wir haben in unserem Land viel mit Skeptikern zu tun, die den erneuerbaren Energien wenig zutrauen. An vielen Orten der Erde ist es ein riesiger Vorteil, keinen Zugang zu einem großen Versorger zu benötigen und trotzdem Strom zu bekommen. An anderen Orten werden die durch die lokalen Begebenheiten in großer Menge vorhandenen natürlichen und regenerativen Kräfte in größeren Projekten effizient genutzt. Beides soll seinen Platz haben, jeweils so wie es sinnvoll eingesetzt werden kann. Wenn wir die Vielfalt der Möglichkeiten ausschöpfen, sind wir auf einem guten Weg!

Wir stellen hier ein paar interessante Projekte ganz unterschiedlicher Art vor. „Erneuerbare Energien rund um den Erdball“ weiterlesen

Entwicklung der Solartechnologie in den vergangenen 10 Jahren

Bereits seit dem Beginn der Nutzung der Photovoltaik waren Solarzellen aus Silizium als Halbleitermaterial die am meisten genutzte Technologie. Zunächst in der Raumfahrt, ab den 1990er Jahren dann zunehmend auch in „terrestrischen“ Anwendungen auf der Erde. Lag der Schwerpunkt der Fertigung zwischen ca. 2000 und 2010 noch in Deutschland, hatten 2015 chinesische Hersteller bereits einen Großteil der deutschen Produzenten vom Markt gedrängt.

Als die Bürgerenergie Lüdenscheid vor 10 Jahren gegründet wurde, war gerade ein erster großer Wandel in der Solartechnologie im Gange. „Entwicklung der Solartechnologie in den vergangenen 10 Jahren“ weiterlesen

Die Geschichte der Solar- und Windenergie

Die Geschichte der Solarenergie

Die alten Ägypter nutzten die Sonne aktiv, sie setzten intelligent positionierte Spiegel ein um mit Hilfe des Sonnenlichts dunkle Räume zu erhellen. Durch die engen Beziehungen der Ägypter zu den Griechen verbreitete sich in der Antike auch die Technik, Wasser mithilfe gebogener Parabolspiegel zu erhitzen. Archimedes nutzte dieses Prinzip um eine seiner spektakulärsten Kriegsmaschinerien zu entwerfen. Mithilfe der Strahlenbündelung und zahlreichen Hohlspiegeln wurden feindliche Schiffe in Brand gesetzt. Angeblich wurde bei der Belagerung von Syrakus auf diese Weise eine ganze römische Flotte versenkt. Das MIT hat 2009 einen Versuch dazu durchgeführt und nachgewiesen, dass die Technik zumindest grundlegend funktioniert.

Die Geschichte der Photovoltaik reicht ins 18. Jahrhundert zurück. „Die Geschichte der Solar- und Windenergie“ weiterlesen

10% Rabatt auf ein E-Auto für Neumitglieder der Bürger-Energie Lüdenscheid eG

Derzeit in Lüdenscheid in aller Munde ist die Frage, wie die Mobilität der Zukunft, gerade auch im innerstädtischen Bereich, gestalten werden kann.
Die Weiterentwicklung des ÖPNV und die Besserstellung von Fußgängern und Fahrradfahrern sollte dabei im Zentrum stehen.
Die Bürger hatten die Möglichkeit am 1. April zum geplanten Mobilitätskonzept Stellung zu beziehen.

Aber auch die E-Mobilität wird eine wichtige Rolle zur Erreichung der Klimaneutralität bis spätestens 2045 spielen müssen.
Anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens blickt die Bürger-Energie Lüdenscheid eG (kurz BELeG) auf wichtige Entwicklungen beim Klimaschutz in den letzten 10 Jahren zurück und hat sich für ihren 2. Newsletter (von insgesamt 10 Newslettern in diesem Jahr) des Themas E-Mobilität angenommen:
Mit Strom aus Erneuerbaren Energien – dem Kernthema der Bürger-Energie-Lüdenscheid – betrieben, stoßen E-Autos kein CO2 aus. Kommt der Ladestrom zudem von der eigenen Photovoltaikanlage, dann ist klimaneutrales UND günstiges Autofahren bereits heute Realität. Ein weiterer Vorteil des E-PKW ist, dass er weniger als 30% der Energie eines Verbrenner-PKW benötigt.

Wie sah der Markt für und die Verbreitung von E-Autos vor 10 Jahren aus und was ist seither vorangegangen? „10% Rabatt auf ein E-Auto für Neumitglieder der Bürger-Energie Lüdenscheid eG“ weiterlesen

10 Jahre BELeG – Eine Erfolgsgeschichte!

„In Lüdenscheid regnet es doch das ganze Jahr, Solarenergie ist gut, aber nicht bei uns!“
Das war die Aussage, auf die man immer wieder gestoßen ist, wenn man Lüdenscheider auf das Thema Photovoltaik und erneuerbare Energien angesprochen hat.
Viele fanden das Konzept der erneuerbaren Energien überzeugend – aber nicht für Lüdenscheid.
Da auch die Politik und Energieunternehmen einen großen Bogen um das Thema machten, der Klimawandel aber immer weiter fortschritt und einen Wandel im Energiesektor unumgänglich macht, fassten sich einige Bürger 2015 ein Herz und gründeten die Bürger-Energie Lüdenscheid e.G. (BELeG).

Bewusst als Genossenschaft gegründet, möchte diese als Bürgerbewegung zum einen das Wissen zu erneuerbaren Energien in Lüdenscheid erweitern, zum anderen mit den Anteilen, die jeder Bürger für 100€ erwerben kann, Anlagen in Lüdenscheid und Umgebung realisieren, die sich rechnen – für die Umwelt und finanziell für die Bürger.

Vom mutigen Anfang zur Bewegung der Zukunft
Durch viel Zeit- und Krafteinsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter konnten viele Ziele realisiert werden:
In den vergangenen Jahren fanden thematische Vorträge und Diskussionen in allen erdenklichen Formen und an diversen Orten statt und das Thema Erneuerbare Energien wurde endlich in die gesellschaftliche Mitte geholt. Die intensiven Diskussionen und der Austausch in Formaten wie dem „Runden Tisch“ in Lüdenscheider Lokalitäten, Fachvorträge im Rathausfoyer oder Aktionen wie z.B. der moderierte und live ins Internet gestreamte Bürgermeister-Kandidatencheck, der gezielt die Politik involviert: All diese öffentlichen Veranstaltungen wurden von den Lüdenscheidern mit großem Zuspruch angenommen!

Parallel dazu wurden immer wieder der Politik und Gesetzgebung folgend neue PV-Anlagen initiiert und/oder realisiert. Anfangs vor allem über das Pachtmodell (Dächer wurden gepachtet und eine Anlage darauf gebaut, die den Strom in das Stromnetz einspeist), später wurde es möglich, dass die Dacheigentümer den Strom selbst zu günstigen Konditionen verbrauchen können.
Als die Bundesregierung die gesetzlichen Rahmenbedingungen für sogenannte Balkonkraftwerke schaffte und während in ganz Deutschland schon Anlagen realisiert wurden, gab es in Lüdenscheid zunächst weder Bezugsquellen noch Know-How: Auch diese Lücke konnte die Genossenschaft mit Webinaren und einer Abholstation schließen.

Beeindruckende Zahlen – und noch viel vor!
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