Die verschiedenen Erdbeobachtungssysteme kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die Temperatur der planetaren Oberfläche inzwischen bei etwa 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau liegt. Der Januar 2025 war sogar mit einer Temperaturanomalie von 1,75°C der wärmste jemals gemessene Jahresanfangsmonat. Das bedeutet, dass die erste rote Linie des Pariser Klimaabkommens von 2015 bereits durchbrochen wurde. Diese Entwicklung geht einher mit entsprechenden partiellen bzw. regionalen Veränderungen, z.B. Rekordtemperaturen in den meisten Teilen der Weltmeere sowie meteorologischen Extremereignissen (Dürren, Brände, Wirbelstürme, Starkniederschläge usw.) jenseits der statistischen Erwartung. Letztere hatten an verschiedenen Orten (z.B.Zentraleuropa, Region Valencia, Großraum Los Angeles) katastrophale Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft.
Ursachen
Die internationale Forschung ist aufgrund der erdrückenden Datenlage, der überzeugenden mathematisch-physikalischen Analyse und der fortgeschrittensten Computersimulationen zu dem eindeutigen Schluss gekommen, dass die oben geschilderten Umweltveränderungen direkte Folge der Treibhausgasemissionen (CO2, CH4, N2O etc.) sind.
Nur entschlossenes und zeitgerechtes menschliches Handeln kann die weitere Zuspitzung der Klimakrise verhindern.
Großrisiken
Bei einer weiteren ungebremsten Erderwärmung gehen die größten Gefahren von nichtlinearen Klimareaktionen auf die Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes aus. Hierbei handelt es sich insbesondere um sogenannte Kippereignisse. Wichtige Kippelemente sind die riesigen Eisschilde der Erde (Grönland, West- und Ostantarktis), die mächtigen Zirkulationsmuster in Atmosphäre und Ozeanen (u.a. Jetstream und Golfstromsystem) sowie ausgedehnte marine und terrestrische Ökosysteme (tropische Korallenriffe, Amazonas- und Kongoregenwald, boreale Waldsysteme usw.), deren Umwandlung bzw. Vernichtung massivste soziale und ökonomische Auswirkungen auf die gesamte menschliche Zivilisation haben dürften.
Die Wissenschaft identifiziert 9 Kippelemente von zentraler Bedeutung für die Lebensbedingungen der Menschheit und 7 von größerer regionaler Bedeutung. Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, das bereits im Bereich zwischen 1,5°C und 2°C Erderwärmung sechs Kipppunkte mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit destabilisiert werden (u.a.einsetzender Kollaps der Eisschilde von Westantarktis und Grönland, Absterben der tropischen Korallenriffe und weiträumiges Auftauen der Permafrostböden). „10 Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen: Ein Überblick zur aktuellen Klimasituation“ weiterlesen